Lugano liegt am nördlichen Ufer des Luganersees, im Sottoceneri des Kantons Tessin, auf 273 Metern über Meer. Mit 68'633 Einwohnerinnen und Einwohnern aus 141 Nationen ist die Stadt die neuntgrösste der Schweiz und die grösste italienischsprachige Gemeinde ausserhalb Italiens. Nach Zürich und Genf ist Lugano der drittgrösste Finanzplatz des Landes. Gleichzeitig ist die Stadt die wärmste Messstation im Netz von MeteoSchweiz. Wer zum ersten Mal ankommt, findet eine Altstadt mit Arkaden und einem Markt, der zweimal wöchentlich die Gassen füllt, zwei Hausberge mit historischen Standseilbahnen und einen See, der im Sommer zum Bad einlädt.

Bevölkerung
68'633 Einwohnerinnen und Einwohner aus 141 Nationen
Fläche
75,8 km², zweitgrösste Schweizer Stadt nach Fläche
Kanton / Bezirk
Tessin, Bezirk Lugano
Höhe
273 m ü. M. am Seeufer bis 2116 m am Monte Gazzirola
Amtssprache
Italienisch, einzige Amtssprache des Kantons Tessin
Erste Erwähnung
1189, als Lauis beziehungsweise Luano
Klima
Jahresmitteltemperatur 13,0 °C, über 2000 Sonnenstunden im Jahr
Bahnfahrt ab Zürich
schnellste Verbindung 1 Std. 53 Min., mehrmals täglich ohne Umsteigen

Geschichte: von der Landvogtei zur Bankenstadt

Der Name Lugano taucht in Dokumenten erstmals 1189 auf, damals als Luanasco, Luano oder Lugano. Zwischen 1789 und 1803 war Lugano Hauptstadt des gleichnamigen helvetischen Kantons, von 1814 bis 1878 war die Stadt im Wechsel mit Bellinzona und Locarno alle sechs Jahre Sitz der Tessiner Kantonsregierung. Die heutige Ausdehnung der Stadt ist jung: 1972 kamen Castagnola und Brè-Aldesago dazu, 2004 folgten unter anderem Breganzona, Gandria und Viganello, 2008 Barbengo, Carabbia und Villa Luganese, 2013 schliesslich Cadro, Carona, Sonvico und weitere Gemeinden. Aus diesen vier Fusionswellen entstand das «Grande Lugano» mit heute 21 Quartieren, gut doppelt so vielen Einwohnerinnen und Einwohnern wie vor der ersten Eingemeindung. Die Nähe zu Italien und das frühere Bankgeheimnis machten Lugano im 20. Jahrhundert zum drittwichtigsten Finanzplatz der Schweiz, nach Zürich und Genf.

Lugano nach 1640
Bahnhof Lugano ca. 1910

Altstadt: Arkaden, Markt und das Quartiere Maghetti

Das historische Zentrum liegt um die Piazza della Riforma, den grössten Platz der Altstadt, mit dem Rathaus. Enge Gassen mit Arkaden verbinden den Platz mit der Seepromenade. Dienstags und freitags verwandelt sich das Dreieck zwischen Via Carducci, Piazza San Rocco und Via Canova von 7.30 bis 14.30 Uhr in einen Lebensmittel- und Blumenmarkt: kleine Landwirtschaftsbetriebe aus der Region verkaufen dort direkt, was sie produzieren, von Eiern über Käse und Wurstwaren bis zu Obst und Gemüse. Samstags zieht ein Antiquitäten- und Kunsthandwerksmarkt ins nahe Quartiere Maghetti. Das Quartier selbst entstand 1984 nach dem Abriss eines 1902 eröffneten Oratoriums komplett neu, mit Innenhöfen, Läden, Boutiquen, Bars und Restaurants. Hier liegt auch das Kino Iride, einer der historischen Kinosäle der Stadt.

Die Piazza della Riforma ist der zentrale Platz der Luganeser Altstadt, umgeben von Arkaden und Cafés.Foto: JoachimKohler-HB (Quelle, CC BY-SA 4.0, bearbeitet)

Anreise und unterwegs in der Stadt

Lugano liegt an der Gotthardachse. Die Fahrt mit dem Zug ab Zürich dauert mit den schnellsten Verbindungen 1 Stunde 53 Minuten für rund 156 Kilometer, mehrmals täglich ohne Umsteigen. Innerhalb der Stadt verbindet die 1886 eröffnete Standseilbahn Lugano-Bahnhof SBB die Altstadt mit dem Bahnhof; seit 2016 trägt sie auch den Namen «Sassellina».

Wasser und Natur: See, Lido und Parco Ciani

Der Luganersee liegt auf 271 Metern über Meer, das Gebiet der Stadt selbst reicht von 273 Metern am Seeufer bis auf 2116 Meter am Gipfel des Monte Gazzirola. Am Ostufer, zu Fuss über die Seepromenade erreichbar, liegt das Lido di Lugano: ein Sandstrand mit Seezugang, ein beheiztes olympisches Schwimmbecken, ein Sprungbecken mit Türmen bis zu zehn Meter Höhe und ein Beachvolleyballfeld. Das Bad ist saisonal von Mai bis September geöffnet, der Eintritt kostet je nach Alter und Tageszeit zwischen 6 und 14 Franken, Kinder unter sechs Jahren zahlen nichts. Wer es ruhiger mag, geht in den Parco Ciani: 63'000 Quadratmeter Park am Seeufer, angelegt ab 1845 durch die Mailänder Geschäftsleute Filippo und Giacomo Ciani, seit 1912 im Besitz der Stadt. Von März bis Oktober ist der Park von 6 bis 23.30 Uhr offen, von November bis Februar von 6 bis 21 Uhr.

Berge über der Stadt: Monte Brè und Monte San Salvatore

Zwei Standseilbahnen bringen von Lugano aus auf die Hausberge der Stadt. Die Bahn auf den Monte Brè verkehrt seit 1908, überwindet auf 1599 Metern Streckenlänge einen Höhenunterschied von 629 Metern und braucht dafür weniger als zehn Minuten bis zum Gipfel auf 933 Metern. Die zweite Bahn führt von Lugano-Paradiso auf den Monte San Salvatore, 912 Meter hoch. Die Strecke ist 1660 Meter lang, zweigeteilt und erreicht eine maximale Neigung von 61 Prozent; an der Mittelstation Pazzallo wird umgestiegen, die ganze Fahrt dauert rund zwölf Minuten. Die Bergfahrt kostet 25 Franken, Berg- und Talfahrt zusammen 32 Franken für Erwachsene, mit Halbtax oder Generalabonnement die Hin- und Rückfahrt nur 16 Franken.

Vom Gipfel des Monte San Salvatore auf 912 Metern reicht der Blick über den Luganersee bis zu den Alpen.Foto: Tschubby (Quelle, CC BY-SA 3.0, bearbeitet)

Kunst und Kultur: LAC, MASI und ein Fresko von Luini

Das Kulturzentrum LAC Lugano Arte e Cultura an der Piazza Bernardino Luini beherbergt das Museo d'arte della Svizzera italiana (MASI), entstanden aus der Fusion des kantonalen und des städtischen Kunstmuseums. Geöffnet ist dienstags, mittwochs und freitags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr; montags bleibt das Haus geschlossen. Der Eintritt kostet 20 Franken, ermässigt 16 Franken, am ersten Donnerstag im Monat ist der Eintritt von 18 bis 20 Uhr frei. Wer sich für Kunst aus früheren Jahrhunderten interessiert, geht in die Kirche Santa Maria degli Angioli an der Seepromenade: Das 1529 vollendete Fresko der Passion und Kreuzigung Christi von Bernardino Luini, einem Schüler Leonardo da Vincis, zeigt über 150 Figuren auf einer einzigen Wand und gilt als das bekannteste Renaissancefresko der Schweiz. In derselben Kirche hängen zwei weitere Werke Luinis, ein Abendmahl und eine Madonna mit Kind.

Sport im Quartier Cornaredo

Im Quartier Cornaredo liegt das sportliche Zentrum der Stadt. Der FC Lugano, gegründet 1908, spielt seine Heimspiele im Stadio di Cornaredo, das 1951 eröffnet wurde und heute 6330 Plätze fasst. 1954 trug das Stadion ein Spiel der Fussball-Weltmeisterschaft aus.

Nach Feierabend

Am Abend verlagert sich das Leben nach draussen. Rund ums Quartiere Maghetti, die Piazza della Riforma und in den Gassen dazwischen füllen sich Bars und Terrassen. Im Sommer zieht es viele weiter Richtung See und Foce für einen Aperitivo, ein spätes Essen oder einen langen Abend.

Foto: marco mini (Quelle, CC BY 3.0, bearbeitet)

Familien und Jahreszeiten

Der Parco Ciani bietet auf 63'000 Quadratmetern ganzjährig Platz für Spaziergänge und Picknicks, mitten in der Stadt. Das Klima macht den Unterschied zum Rest der Schweiz: Mit einer Jahresmitteltemperatur von 13,0 Grad ist Lugano die wärmste Station im Messnetz von MeteoSchweiz, im Schnitt zählt die Stadt über 2000 Sonnenstunden im Jahr.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Zugfahrt von Zürich nach Lugano?

Mit der schnellsten Verbindung 1 Stunde 53 Minuten für rund 156 Kilometer, mehrmals täglich ohne Umsteigen. Quelle

Was kostet der Eintritt ins Lido di Lugano?

Je nach Alter und Tageszeit zwischen 6 und 14 Franken, Kinder unter sechs Jahren zahlen nichts. Das Bad ist von Mai bis September geöffnet. Quelle

Wann findet der Wochenmarkt in Lugano statt?

Dienstags und freitags von 7.30 bis 14.30 Uhr zwischen Via Carducci, Piazza San Rocco und Via Canova. Samstags folgt ein Antiquitäten- und Kunsthandwerksmarkt im Quartiere Maghetti. Quelle

Wie komme ich auf den Monte Brè?

Mit der Standseilbahn ab Cassarate oder Ruvigliana. Die Fahrt dauert weniger als zehn Minuten bis zum Gipfel auf 933 Metern. Quelle

Was zeigt das Fresko in der Kirche Santa Maria degli Angioli?

Ein 1529 vollendetes Werk von Bernardino Luini mit der Passion und Kreuzigung Christi, mit über 150 Figuren auf einer einzigen Wand. Quelle

Welche Sprache spricht man in Lugano?

Italienisch, die einzige Amtssprache des Kantons Tessin. Quelle

Wann ist das MASI im LAC geöffnet?

Dienstag, Mittwoch und Freitag 11 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 20 Uhr, Wochenende und Feiertage 10 bis 18 Uhr, montags geschlossen. Quelle

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