Biel liegt am nordöstlichen Ende des Bielersees, am Südfuss des Juras, rund 26 Kilometer nordwestlich von Bern. Mit 56'896 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) ist die Stadt die zehntgrösste der Schweiz und die grösste zweisprachige Stadt des Landes. Deutsch und Französisch stehen gleichberechtigt nebeneinander: im Stadtrat, an den Schulen und oft im selben Gespräch. Bekannt ist Biel vor allem für Uhren. Die Swatch Group hat hier ihren Hauptsitz, Rolex produziert in der Stadt, und auch der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie FH ist hier ansässig.
Geschichte
1142 taucht der Name Biel zum ersten Mal in einer Urkunde auf, damals als apud Belnam. Gegründet wurde die Stadt zwischen 1220 und 1230 vom Fürstbischof von Basel, dessen Gebiet bis an den Bielersee reichte. 1275 verlieh König Rudolf von Habsburg das Stadtrecht. Über Jahrhunderte lebte Biel von Rebbau, Handwerk und Handel.
Die mittelalterliche Altstadt auf dem Felssporn über der Schüss ist gut erhalten. Der Ring mit seinen Lauben, die engen Gassen und die alten Brunnen prägen das Bild. Die Wende kam mit der Uhrenindustrie ab Mitte des 19. Jahrhunderts. 1873 entstand die Uhrmacherschule, aus der später die heutige Berner Fachhochschule hervorging. Die Bevölkerung wuchs schnell, und mit ihr die Neustadt rund um den Bahnhof.
Uhren, Hochschule und Forschung
Biel nennt sich Uhrenweltmetropole, und das ist keine reine Werbung. Neben der Swatch Group und ihren Marken wie Omega produziert Rolex in der Stadt, dazu kommen zahlreiche Zulieferer der Präzisions- und Mikrotechnik. 2021 eröffnete der Switzerland Innovation Park Biel/Bienne (SIPBB) beim Bahnhof, direkt neben dem neuen Campus der Berner Fachhochschule. Forschung, Fachhochschule und Industrie liegen damit auf wenigen hundert Metern beieinander. Biel ist Hochschulstadt: Die Berner Fachhochschule unterrichtet hier Technik, Informatik, Architektur und Holz, und auch die Hochschule der Künste Bern ist mit Abteilungen vertreten.
Leben am See und am Jura
Wer in Biel lebt, hat den See vor der Tür. Vom Zentrum erreicht man die Seepromenade in rund einer Viertelstunde zu Fuss. Im Sommer fahren Kursschiffe über den Bielersee zur St. Petersinsel und zu den Rebdörfern am linken Ufer. Hinter der Stadt beginnt der Jura: Die Taubenlochschlucht führt von Bözingen aus durch eine enge Klus der Schüss, gut mit dem Bus erreichbar. Wein vom Bielersee, Wanderungen am Jurasüdfuss und das Drei-Seen-Land mit Neuenburger- und Murtensee liegen alle in Reichweite. Kulturell ist einiges los: Das Kunsthaus Centre PasquArt zeigt zeitgenössische Kunst, das Neue Museum Biel (NMB) verbindet Kunst und Geschichte, und das Theater Orchester Biel Solothurn spielt zweisprachig.
Zweisprachigkeit im Alltag
Die Zweisprachigkeit ist in Biel Alltag und Gesetz zugleich. Deutsch und Französisch sind beide Amtssprachen der Gemeinde. Rund 57 Prozent der Einwohner verwenden im Alltag vor allem Deutsch, rund 43 Prozent Französisch. Behörden, Schulen und Beschriftungen sind durchgehend zweisprachig, und der Conseil des affaires francophones vertritt die französischsprachige Bevölkerung. Für Besucher heisst das praktisch: Mit Deutsch oder Französisch kommt man überall durch, und viele wechseln im Gespräch mühelos zwischen beiden.
Anreise und Orientierung
Biel ist ein Eisenbahnknoten am Jurasüdfuss. Direkte Züge fahren nach Bern (rund 25 Minuten), Neuenburg, Solothurn, Zürich und Basel. Der Bahnhof liegt am Rand der Neustadt, von dort sind Zentralplatz und Altstadt in wenigen Minuten zu Fuss erreichbar. Innerhalb der Stadt fahren Busse und Trolleybusse der Verkehrsbetriebe Biel. Der Zentralplatz ist der Dreh- und Angelpunkt: Hier teilt der kanalisierte Arm der Schüss die Neustadt, hier kreuzen sich die Buslinien, und hier beginnt die Fussgängerzone in Richtung Altstadt.
Häufige Fragen
Spricht man in Biel Deutsch oder Französisch?
Beides. Biel ist die grösste zweisprachige Stadt der Schweiz, Deutsch und Französisch sind beide Amtssprachen. Rund 57 Prozent der Einwohner sprechen im Alltag vor allem Deutsch, rund 43 Prozent Französisch. Mit einer der beiden Sprachen kommt man überall durch. Mehr dazu auf Wikipedia.
Wie komme ich nach Biel?
Biel ist ein Eisenbahnknoten. Direkte Züge fahren nach Bern (rund 25 Minuten), Neuenburg, Solothurn, Zürich und Basel. Vom Bahnhof sind Zentralplatz und Altstadt in wenigen Minuten zu Fuss erreichbar.
Was kann ich in Biel an einem Tag sehen?
Vom Bahnhof zum Zentralplatz, weiter in die mittelalterliche Altstadt mit dem Ring und den Lauben, danach in rund einer Viertelstunde zu Fuss an den Bielersee. So sieht man Neustadt, Altstadt und See an einem Tag.
Was kann man am Bielersee unternehmen?
Im Sommer fahren Kursschiffe zur St. Petersinsel und zu den Rebdörfern am linken Ufer. Am Stadtrand laden Strandboden und Strandbad zum Baden ein, und die Taubenlochschlucht bei Bözingen ist ein kurzer Ausflug in den Jura.
Wofür ist Biel bekannt?
Für Uhren. Die Stadt Biel ist Hauptsitz der Swatch Group, Rolex produziert hier, und die Stadt wird als Uhrenweltmetropole bezeichnet. Daneben ist Biel Hochschulstadt mit der Berner Fachhochschule und dem Switzerland Innovation Park.
Heisst die Stadt Biel oder Bienne?
Beides ist richtig. Biel ist der deutsche Name, Bienne der französische. Offiziell heisst die Stadt Biel/Bienne. Im Alltag nennt man sie je nach Sprache Biel oder Bienne.



