Fribourg liegt auf einem Felssporn, den die Saane auf drei Seiten umschliesst. Das prägt bis heute den Stadtplan: enge Gassen im Burgquartier oben, die Unterstädte Au und Neustadt unten am Fluss, dazwischen Treppen, eine Standseilbahn und mehrere Brücken. Die Stadt zählt 38'660 Einwohner (Stand 2024) und ist offiziell zweisprachig, Französisch und Deutsch stehen nebeneinander auf den Strassenschildern. Wer nur die Postkarten-Ansicht der Altstadt kennt, verpasst die andere Hälfte: eine Universität, die mehr Studierende als mancher Stadtteil Einwohner hat, ein Freibad, das aus der Saane gespeist wird, und eine Konzertszene, die weit über den Kanton hinaus bekannt ist.

Einwohner
38'660 (2024)
Fläche
9,28 km²
Kanton
Freiburg (FR)
Sprachen
Französisch, Deutsch (zweisprachig)
Gegründet
1157 durch Berthold IV. von Zähringen
Postleitzahlen
1700-1709
Bevölkerungsdichte
4'134 Einwohner pro km²
Zugverbindung
Bern in 20 Minuten, Lausanne in 45 Minuten

Die grösste mittelalterliche Altstadt der Schweiz

Berthold IV. von Zähringen gründete Freiburg 1157 auf einem Felsvorsprung über der Saane, damit etwas älter als Bern. Die zusammenhängenden Altstadtquartiere Burg, Au und Neustadt bilden bis heute die grösste geschlossene historische Altstadt der Schweiz. 1481 trat die Stadt der Eidgenossenschaft bei, zuvor war sie zeitweise Teil von Savoyen. Die Kathedrale St. Nikolaus wurde zwischen 1283 und 1490 im gotischen Stil erbaut. Ihr Turm ist 74 Meter hoch, 365 Stufen führen über eine Wendeltreppe nach oben, geöffnet vom 1. März bis 30. November. Wer die Treppen scheut, kommt trotzdem gratis in die Kathedrale hinein.

Freiburg in der Chronik des Johannes Stumpf 1548

Baden in der Saane und im Motta

Die Bains de la Motta wurden 1923 als erstes öffentliches Freibad der Schweiz eröffnet, das weder Fluss- noch Seebad war, entworfen vom Architekten Beda Hefti im klassizistischen Stil. Das 50-Meter-Becken, das Nichtschwimmerbecken und das Beachvolleyballfeld liegen direkt an der Saane, mit Blick auf Kathedrale und Rathaus. Geöffnet ist die Motta von Mai bis September, im Winter zieht stattdessen eine Pop-up-Sauna mit mongolischen Jurten, Hotpot, Kaltwasserbecken und Lagerfeuer ein. Wer nicht zahlen will, badet gratis etwas flussaufwärts in der Saane selbst, schwimmen wie in Bern oder Basel ist wegen der Strömung aber nicht üblich, für eine Abkühlung reicht es allemal.

Die Bains de la Motta wurden 1923 eröffnet und gelten als erstes öffentliches Freibad der Schweiz ohne Fluss- oder Seeanschluss.Foto: Ludovic Péron (Quelle, CC BY-SA 3.0, bearbeitet)

Die halbe Stadt im Eishockeyfieber

Der HC Fribourg-Gottéron wurde am 1. Dezember 1937 in der Unterstadt Au gegründet, dort, wo einst Fischzuchtteiche im Winter zu Eisflächen wurden. Heute spielt der Club in der National League und trägt seine Heimspiele in der BCF-Arena aus, die 1982 als Patinoire Saint-Léonard eröffnet und zwischen 2018 und 2020 komplett umgebaut wurde. Sie fasst seither 8'934 Plätze, dazu 108 auf der Pressetribüne. Wer keine Ticketprobleme mag, reist mit dem Bus Linie 1 bis Poya oder Stade-Patinoire an, Einzeltickets gelten seit der Saison 2022/23 nicht mehr automatisch als Fahrkarte. Basketball hat in Fribourg ebenfalls Tradition: Fribourg Olympic wurde 1961 gegründet, ist siebzehnfacher Schweizer Meister und spielt in der Salle Saint-Léonard mit 2'850 Plätzen.

Tinguely, Niki de Saint Phalle und ein altes Tramdepot

Der Espace Jean Tinguely - Niki de Saint Phalle ist in einem ehemaligen Tramdepot von 1900 untergebracht, das später als Garage diente, bevor es 1996 bis 1998 zum Museum umgebaut wurde. Zu sehen sind kinetische Metallmaschinen von Jean Tinguely, darunter sein Hauptwerk, der Retable de l'Abondance occidentale et du Mercantilisme totalitaire, sowie 22 bemalte Polyester-Reliefs von Niki de Saint Phalle. Geöffnet ist das Haus Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr, Erwachsene zahlen 7 Franken, unter 16-Jährige nichts. Ein Kombiticket für 15 Franken gilt auch fürs Museum für Kunst und Geschichte Freiburg (MAHF), das in einem Renaissance-Stadtpalais und einem alten Schlachthaus untergebracht ist und unter anderem frühmittelalterliche Gürtelschnallen, das Ostergrab aus dem Kloster Magerau und Tafelgemälde von Hans Fries zeigt.

Das Museum ist in einem 1900 erbauten früheren Tramdepot untergebracht.Foto: Christophe Badoux (Quelle, CC BY-SA 3.0, bearbeitet)
Das MAHF ist in einem Renaissance-Stadtpalais und einem alten Schlachthaus in der Altstadt untergebracht.Foto: JoachimKohler-HB (Quelle, CC BY-SA 4.0, bearbeitet)

Bad Bonn, Fri-Son und Rockkultur mitten in der Pampa

Fribourgs Konzertszene spielt sich vor allem ausserhalb der Postkarten-Altstadt ab. Das Bad Bonn im nahen Düdingen besteht seit 1991 und hat seither rund 2'000 Bands beherbergt, quer durch Metal, Antifolk, Country, Jazz, Electronica und Rap. Seit 1991 findet dort im Mai auch die Bad Bonn Kilbi statt, ein Open-Air-Festival mit zwei Bühnen, Zelt und Campingplatz, das pro Abend 3'000 Tickets verkauft und als eines der wichtigsten Schweizer Festivals für unabhängige Musik gilt. In der Stadt selbst sorgt das Fri-Son beim Bahnhof für Programm, dazu kommen Le Nouveau Monde und La Spirale. Im Sommer bespielt das Belluard Bollwerk International eine mittelalterliche Festung mit zeitgenössischer Kunst zwischen Theater, Tanz, Performance und Musik.

Hauptbühne der Bad Bonn Kilbi in DüdingenFoto: Adrien Quartenoud (Quelle, CC BY-SA 3.0, bearbeitet)

Markttage in drei Quartieren

Der Wochenmarkt findet zweimal pro Woche statt, an drei verschiedenen Standorten. Der grösste Markt liegt auf dem Rathausplatz im historischen Burgquartier mit rund 50 Ständen, meist lokale Produzenten. Ein zweiter, kleinerer Markt mit etwa 30 Händlern findet auf dem Georges-Python-Platz statt, ein dritter in der Rue du Simplon im Pérolles-Quartier. Wer samstags durch die Altstadt will, plant entsprechend mehr Zeit ein, an Markttagen füllen sich die engen Arkadengassen rasch.

Eine Universität, die den Takt der Stadt vorgibt

Die Universität Freiburg ist die sechstgrösste und einzige offiziell zweisprachige Universität der Schweiz, gegründet 1889. Die meisten Studiengänge werden auf Deutsch und Französisch angeboten, wer mindestens 40 Prozent der Veranstaltungen in der zweiten Sprache belegt, erhält ein Diplom mit dem Vermerk «Zweisprachiges Studium». Der Hauptcampus Pérolles 2 liegt direkt neben der Hochschule für Technik und Architektur und der Hochschule für Wirtschaft, sodass dort inzwischen ein zusammenhängender Bildungscampus entstanden ist. Einen abgegrenzten Campus im klassischen Sinn gibt es sonst nicht, die Universität ist über die Stadt verteilt.


Häufige Fragen

Wie viele Einwohner hat Fribourg?

38'660 Einwohner (Stand 2024) auf 9,28 Quadratkilometern, das ergibt eine Dichte von 4'134 Personen pro km². Quelle: Schweizer Regionen.

Wie lange dauert die Zugfahrt von Fribourg nach Bern?

Rund 20 Minuten mit dem Zug, nach Lausanne sind es etwa 45 Minuten.

Wann ist das Motta-Schwimmbad geöffnet?

Von Mai bis September. Im Winter ersetzt eine Pop-up-Sauna den Badebetrieb. Quelle: Fribourg.ch.

Was kostet der Aufstieg auf den Kathedralturm?

1 Franken für Erwachsene, Kinder zahlen nichts. Geöffnet vom 1. März bis 30. November, letzter Aufstieg 30 Minuten vor Schliessung. Quelle: KulturLegi.

Wo finden in Fribourg regelmässig Konzerte statt?

Im Fri-Son beim Bahnhof, im Bad Bonn in Düdingen, im Nouveau Monde und in La Spirale. Quelle: Fribourg Tourismus.

Ist die Universität Freiburg zweisprachig?

Ja, sie ist die einzige offiziell zweisprachige Universität der Schweiz, die meisten Studiengänge laufen auf Deutsch und Französisch. Quelle: Wikipedia.

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